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10 Forderungen nach einer menschengerechten Assistenz auf allen Ebenen

Nachrichten Veröffentlicht: 09 März, 2014

Bis zur g├Ąnzlichen und ehrlichen Umsetzung des ├ťbereinkommens ├╝ber die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen) fordern wir in der ├ťbergangszeit:

1. Leistungen f├╝r behinderte Menschen versickern sehr oft und in gro├čen Anteilen in Bereichen, f├╝r die sie eigentlich nicht gedacht sind. Wer die Gepflogenheiten in “Heimen” kennt, wundert sich zu Recht, warum der L├Âwenanteil der Aufwendungen der Eingliederungshilfe dort landet.

2. Der gr├Â├čte Pflegedienst Deutschlands, die Familie bedarf einer gravierenden Aufwertung. Zu Lasten meist der (Schwieger-)T├Âchter spart der Staat immense Betr├Ąge. Diese Leistungen m├╝ssen endlich zu einer Akzeptanz in der Gesellschaft f├╝hren, die sich dadurch ausdr├╝ckt, dass eine Alterssicherung in der vorangegangenen H├Âhe weitergef├╝hrt wird und diese Familienangeh├Ârige aus dem Joch der Selbstausbeutung befreit werden. Dies hat durch angemessene personelle und / oder finanzielle Unterst├╝tzung zu erfolgen.

3. Die Zersplitterung der Hilfeleistungen in zig Einzelleistungen ist lebensfremd. Menschen mit Assistenzbedarf ben├Âtigen personelle Unterst├╝tzung. Es muss m├Âglich sein, auch mit der Assistenz am Arbeitsplatz zur Toilette gehen zu k├Ânnen und nicht hierf├╝r einen ambulanten Dienst rufen zu m├╝ssen. Durch die vielen verschiedenen Hilfearten werden allein Beh├Ârdenbed├╝rfnisse befriedigt. Der Bedarf eines Menschen dagegen ist mehr als die Summe seiner Einzelbedarfe. Wer am Tag 30 Minuten auf der Toilette zubringt, tut das nicht am St├╝ck. Die Nase l├Ąuft nicht von 8:00 Uhr an 10 Minuten und dann f├╝r den Rest des Tages nicht mehr.

4. Menschen mit behinderungsbedingtem personellem Bedarf haben diesen auch bei station├Ąren Aufenthalten der klinischen Behandlung und bei Rehabilitationsma├čnahmen. Die Kosten hierf├╝r sind f├╝r die personelle Assistenz vom seitherigen Kostentr├Ąger, f├╝r die sogenannten Hotelkosten von der Krankenkasse des behinderten Menschen zu ├╝bernehmen. Dies muss unabh├Ąngig davon sichergestellt werden, ob der Mensch als Arbeitgeber seiner Assistenzpersonen, als Kunde eines Ambulanten Dienstes oder als Heimbewohner seine Versorgung organisiert.

5. Leistungen sind als Nachteilsausgleich bedarfsdeckend und einkommens- und verm├Âgensunabh├Ąngig zu erbringen.

6. Das Leben in Anstalten ist keine ├╝bliche Lebensform und Menschen mit Behinderungen oder im Alter vorbehalten. Heimaufenthalte gegen den Willen der betroffenen Menschen sind per se unzumutbar. Wollen Menschen aus Anstalten entfliehen, ist dem Wunsch Folge zu leisten. Ob dieser Wunsch durch Steigerung der Lebensqualit├Ąt in den Anstalten aufgefangen werden kann, ist fraglich.

7. Pseudowissenschaftliche Methoden der Bedarfsermittlung sind durch Ermittlung des tats├Ąchlichen Bedarfs anhand der Vorstellungen des betroffenen Menschen zu ersetzen. Der Grad der Selbstbestimmung kann nicht von au├čen diktiert werden.

8. Freiz├╝gigkeit muss auch f├╝r Menschen mit Assistenzbedarf gelten. Hierzu ist es erforderlich, dass die Leistungstr├Ągerschaft von den unterschiedlich finanziell ausgestatteten Kommunen auf den Bund ├╝bergeht. Somit wird verhindert, dass bei einem Umzug von einer Gemeinde in eine andere der Antragszinnober erneut gestartet werden muss.

9. Genehmigung oder Verweigerung von Leistungen nach Gutsherrenart (”ich gew├Ąhre Ihnen”) geh├Âren der Vergangenheit an. Es gibt Rechtsanspr├╝che, die unabdingbar eingel├Âst werden m├╝ssen.

10. Pers├Ânliche Haftung (auch strafrechtlich!) von Sachbearbeitern und deren Vorgesetzten bei Falschberatung, ungesetzlicher Leistungsversagung und Leistungsverz├Âgerung. Verstreichen gesetzliche Zeitvorgaben, wird die Zustimmung der Beh├Ârde damit automatisch erteilt.

06.03.2014 W├╝SL e.V.

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