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Landesgartenschau plant nicht barrierefrei

Nachrichten Veröffentlicht: 31 Oktober, 2015

Pressemitteilung
W├╝rzburg, 29.10.2015

W├╝SL e.V. erkl├Ąrt zum Planungsstand der Landesgartenschau 2018:

ÔÇ×Der Verein W├╝SL ist entt├Ąuscht und bedauert es sehr, dass W├╝rzburg sich mit den aktuellen Planungen vom Ziel┬á einer barrierefreien Landesgartenschau 2018 verabschiedet hat. Damit wird eine wichtige Ma├čnahme im W├╝rzburger Aktionsplan Inklusion nicht mehr voll zu erf├╝llen sein. Kritisch sieht W├╝SL zwei wichtige Planungen, die durch den Stadtrat und den Aufsichtsrat auf den Weg gebracht wurden, n├Ąmlich das ÔÇ×BelvedereÔÇť und die Terrasseng├Ąrten, die beide, so wie sie geplant sind, nur unzureichend barrierefrei werden.

Das Belvedere wird ein Geb├Ąude, das ├╝ber eine etwa 80 Meter lange Rampe auf einer Aussichtsplattform endet.┬á Zugleich stellt das Belvedere eine wichtige Wegebeziehung dar, die aber mit einer Treppe abschlie├čt. Mobilit├Ątseingeschr├Ąnkte Menschen, die einen Rollstuhl, einen Kinderwagen oder etwa einen E-Scooter benutzen, werden so gezwungen umzukehren und m├╝ssen getrennt von anderen einen Umweg in Kauf nehmen. Vorstandsmitglied Michael Gerr: ÔÇ×Inklusion ist so unm├Âglich gemacht.ÔÇť W├╝SL betont, dass die gesetzliche Definition der Barrierefreiheit einschlie├čt ein Geb├Ąude ÔÇ×ohne besondere ErschwernisÔÇť und auf ÔÇ×allgemein ├╝bliche WeiseÔÇť zu nutzen. Beide Kriterien f├╝r Barrierefreiheit sind beim Belvedere nicht gegeben. Deshalb sei es auch nicht einzusehen, dass ein Aufzug nicht f├Ârderf├Ąhig sein soll, so Gerr. W├╝SL kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Regierung von Unterfranken, welche die F├Ârderf├Ąhigkeit beurteilt: ÔÇ×Die kriegen es ja nicht einmal hin ihren eigenen Eingang endlich barrierefrei umzugestalten.ÔÇť
Problematisch sieht W├╝SL auch die Planung f├╝r die Terrasseng├Ąrten. Hier sollen neue Treppen zwischen den Terrassen eingef├╝gt werden. Auch hier w├╝rde dies dazu f├╝hren, dass mobilit├Ątseingeschr├Ąnkte Menschen die Wege komplett r├╝ckw├Ąrts gehen m├╝ssen, weil sie nur ├╝ber die Stra├če die n├Ąchste Terrasse erreichen k├Ânnen. Michael Gerr hierzu: ÔÇ×Diese Planung ist komplett fantasielos und wie das Belvedere nicht diskriminierungsfrei.ÔÇť

Bei beiden Projekten war der Arbeitskreis Barrierefreies Bauen der Stadt W├╝rzburg einbezogen, in dem auch W├╝SL vertreten ist. Zum Belvedere hat der Arbeitskreis zusammen mit dem Behindertenbeauftragten eine Stellungnahme abgegeben, in der ein Aufzug zur Herstellung der Barrierefreiheit vorgeschlagen wurde. Diese Stellungnahme wurde aber den Stadtr├Ąten vor der Entscheidung ├╝ber die Baugenehmigung noch nicht einmal vorgelegt. Ernsthafte Beteiligung sieht anders aus.ÔÇť

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