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OB Kandidaten antworten zu Behindertenpolitik

Nachrichten Veröffentlicht: 05 März, 2014

W├╝SL LogoW├╝SL-Pressemitteilung, 5.3.2014

Der Verein W├╝SL – Selbstbestimmt Leben W├╝rzburg befragte die f├╝nf OB-Kandidaten zu Politikfeldern, die insbesondere behinderte W├╝rzburger und W├╝rzburgerinnen betreffen, das sind immerhin ├╝ber 12.000 Menschen. Mit Raimund Binder (├ľDP), Charlotte Schlossareck (B├╝rgerforum), Christian Schuchhardt (CSU, FDP, WL) und Muchtar Al Ghusain (SPD/B90/Gr├╝ne) antworteten alle bis auf den Kandidaten der Gruppierung “Zukunft f├╝r W├╝rzburg” Wolfgang Baumann (Nachtrag: Baumann antwortete dann am 7.3., die anderen Kandidaten bis zum 20.2.). Die Fragen drehen sich um eigene Erfahrungen oder Begegnungen der Kandidaten mit Behinderung, um Barrieren und deren Beseitigung in W├╝rzburg, um das Thema Wohnen im Sinne von Inklusion oder um die Vertretung behinderter Menschen durch den Behindertenbeirat sowie Antidiskriminierungsarbeit durch den Ombudsrat.

W├╝SL will keine Wahlempfehlung aussprechen, aber “die Leserinnen und Leser, darunter behinderte Menschen, k├Ânnen sich einen zus├Ątzlichen Eindruck verschaffen wie die Kandidaten etwa das Thema Inklusion verstehen und was sie konkret in W├╝rzburg verbessern wollen”, so W├╝SL-Vorstandsmitglied Barbara Windbergs. W├╝SL hat alle Antworten auf der Vereinshomepage www.wuesl.de dokumentiert. Daneben empfiehlt W├╝SL die Unterst├╝tzung bei den Stadtratswahlen f├╝r das eigene Vorstandsmitglied Michael Gerr, der bereits f├╝r die Gr├╝nen im Stadtrat sitzt und als selbst mit Behinderung lebender Stadtrat die Interessen behinderter Menschen weiterhin vertreten will.

In einem Kurzcheck zur Barrierefreiheit von Wahlveranstaltungen musste W├╝SL leider feststellen: Den Politischen Aschermittwoch halten zwei der drei gr├Â├čten im Stadtrat vertretenen Parteien in nichtbarrierefreien R├Ąumen ab, n├Ąmlich die CSU wie die SPD ist im nicht barrierefreien Hofbr├Ąu. Die Gr├╝nen treffen sich im Felix-Fechenbach-Haus und bieten zudem eine ├ťbersetzug in Geb├Ąrdensprache.

Hier eine kurzer Eindruck zu den OB-Fragen: Vorerfahrungen mit Behinderungen haben alle Kandidaten mehr oder weniger, in der eigenen Familie, im Umfeld oder am Arbeitsplatz und durch Behinderteneinrichtungen. Alle z├Ąhlen eine Reihe von Barrieren auf, die beeintr├Ąchtigte Menschen behindern: Im Verkehr, bei Bahnen und Bussen, am Bahnhof, bei Toiletten. Den Behindertenbeirat finden alle gut. Den Ombudsrat scheinen auch alle st├Ąrken zu wollen, am klarsten die Antworten hier von den beiden Kandidaten mit den meisten Parteien hinter sich: Christian Schuchhardt w├╝rde gerne eine st├Ądtische Anti-Diskriminierungsstelle nach Frankfurter Vorbild einrichten. Muchtar Al Ghusain sieht die St├Ąrke des Ombudsrates gerade in seiner Unabh├Ąngigkeit, aber auch er will eine Antidiskriminierungsstelle an st├Ądtische Strukturen anbinden.

Bei den Themen Inklusion und Wohnen gibt es die gr├Â├čten Unterschiede zwischen den OB-Kandidaten. Raimund Binder und Charlotte Schlossareck wollen an den Einrichtungen wie sie bestehen offensichtlich nicht viel ├Ąndern, Christian Schuchhardt pl├Ądiert f├╝r Wahlfreiheit, w├Ąhrend Muchtar Al Ghusain den Schwerpunkt bei Schulen und Kinderg├Ąrten sieht, f├╝r die er Rahmenbedingungen schaffen will, die eine Trennung (von behinderten und nichtbehinderten Kindern) ├╝berfl├╝ssig machen. Al Ghusain strebt ein “B├╝ndnis f├╝r Wohnen” an, das konkrete Verbesserungen verabreden soll auch f├╝r den barrierefreien sowie sozialen Wohnungsbau. Christian Schuchhardt m├Âchte “Gesellschaften und Investoren deutliche Vorgaben machen”. Beim gef├Ârderten Wohnungsbau hat er am Hubland eine Quote von gef├Ârderten Wohnungen von 29 % allein im Quartier 1 vorgeschlagen. Die beiden Kandidaten, die f├╝r eine m├Âgliche Stichwahl gehandelt werden, ├Ąu├čern sich beide klar f├╝r eine barrierefreie Sanierung des Hauptbahnhofs.

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