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Programmkino: Ja, aber für Alle!

Nachrichten Veröffentlicht: 18 September, 2010

Der Verein WüSL – Selbstbestimmt Leben Würzburg kritisiert die geplante Eröffnung des Programmkinos am Standort der Mozartschule scharf. Es werde erneut ein Kulturort geschaffen, der nicht barrierefrei ist, und so behinderte Menschen oder Eltern mit kleinen Kindern ausgrenzt. Den Kinobetreibern ist offensichtlich die zentrale Lage so wichtig, dass sie lieber Diskriminierungen hinnehmen. Dabei gibt es durchaus Alternativen, etwa am Bürgerbräugelände oder an der Frankenhalle. WüSL weist darauf hin, dass die Teilhabe am Kulturleben in Würzburg gerade bei den Theaterspielstätten immer noch sehr eingeschränkt ist, da viele nicht oder nur teilweise barrierefrei zugänglich sind. Umso wichtiger sei es, alte Fehler nicht zu wiederholen. Behinderte Menschen hätten das Recht, aber viele auch die Lust, an der kulturellen Vielfalt in Würzburg teilzuhaben und würden sich auf ein Programmkino, das für alle zugänglich ist, freuen.

Bedenklich ist für WüSL die Rolle der Stadt Würzburg und einiger Stadträte, die der kürzlich gegründeten Genossenschaft des Programmkinos angehören. Da die Mozartschule der Stadt gehört, sollte sie Vermietungen möglichst auf nichtöffentliche Aktivitäten beschränken und die beschlossene Stadtgalerie auf dem Mozartgelände vorantreiben, denn diese wird dann ja barrierefrei sein und für alle zu nutzen. Jede Nutzung, die den unzeitgemäßen Nachkriegsbau zementieren hilft, ist da schädlich.

WüSL fordert die Programmkino eG auf von einer Anmietung der Aula der Mozartschule abzusehen und stattdessen ernsthaft nach einem barrierefreien Alternativstandort zu suchen. Von der Stadt erwartet der Verein, dass sie eine Kulturaktivität, die ganze Gruppen ausschließt, nicht noch zusätzlich fördert, auch nicht durch Mietnachlässe.

Pressemitteilung vom 16.09.2010