Das Netzwerk Mittendrin Leben von WüSL arbeitete aktiv von 2005 bis 2008.

Ein Netzwerk von WüSL
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt leben die meisten behinderten Menschen mit Hilfebedarf in Institutionen. Im Jahre 2004 flossen beispielsweise 93 Prozent der Eingliederungshilfe in diese Institutionen. Behinderte Menschen außerhalb stationärer Einrichtungen teilten sich die restlichen 7 Prozent. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gilt es, Grundsatzentscheidungen zu treffen:

  • Müssen alte, kranke und behinderte Menschen im Heim leben oder ermöglichen wir allen Menschen ein Leben mittendrin?
  • Müssen die Menschen zu den Hilfen ziehen oder können die Hilfen zu den Menschen kommen?

Die allermeisten behinderten Menschen möchten, wie alle anderen Bürger und Bürgerinnen dieses Landes, nicht in Institutionen leben. Auch sie bevorzugen die üblichen Wohnformen, die in unserer Gesellschaft derzeit vorherrschen, nämlich:

  • in der eigenen Wohnung zu wohnen,
  • alleine oder mit PartnerIn,
  • in der eigenen Familie
  • oder in einer Wohngemeinschaft.

Zielsetzung

Das Netzwerk Mittendrin Leben will einen Prozess anstoßen, der eine Veränderung der bisherigen Angebote für behinderte Menschen
ermöglicht.
Folgende Visionen, Themen und Arbeitsfelder bestimmen die Arbeit des Netzwerks:

  • Knüpfung von Kontakten, Organisation von Veranstaltungen, Stärkung von Betroffenen und ihrem Umfeld
  • Neues Selbstverständnis der Professionellen als Unterstützer statt Experten
  • freie Wahl der Wohnform auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf
  • Persönliche Assistenz als Schlüssel zur Selbstbestimmung
  • Inklusion für Alle in der Gesellschaft
  • vom einzelnen Menschen ausgehend denken anstatt vom bestehenden System und dessen beschränkten Angeboten
  • Lernen sich als lernende Organisationen zu verstehen
  • Jeder Mensch wird gebraucht und spielt eine Rolle

Zielgruppe

Mittendrin Leben geht alle an. Das Netzwerk wendet sich daher an

  • Menschen mit Behinderung
  • Angehörige, Eltern und Freunde
  • MitarbeiterInnen und Verantwortliche in Institutionen
  • Profis im Sozialbereich
  • Tätige aus Politik, öffentlicher Verwaltung und Wirtschaft
  • Menschen im dritten Lebensalter
  • alle am Thema Interessierten
  • und Sie!

Mitarbeit

Die offene Projektgruppe Mittendrin Leben trifft sich monatlich bei WüSL.
Zu den regelmäßigen TeilnehmerInnen gehören derzeit Vertreter von Einrichtungen, Angehörige, Menschen mit und ohne Behinderung, Verwaltungsmitarbeiter, Fachschüler, Mitglieder von WüSL, Assistenten. Alle am Thema Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an diesem Projekt zu beteiligen.
Denn: Wenn Menschen aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen ins Gespräch kommen, entstehen Ideen und Lösungen, die vorher nicht für möglich gehalten wurden.

Bundesweite Initiativen

Mit diesen Initiativen ziehen wir an einem Strang:

  • Bundesinitiative “Daheim statt Heim”
    AUFRUF für ein Leben behinderter und älterer Menschen in der Gemeinde
    Eine Initiative in ganz Deutschland damit behinderte und ältere Menschen, sollen wie alle anderen Menschen auch, so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung und im gewohnten Umfeld leben können.
    Empfehlung von WüSL: Tragen Sie sich gleich in die Unterstützerliste ein.
  • Bundesinitiative für Baustopp neuer “Heime”
    Die gemeinsame Unterschriftenaktion der Interessenvertetung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) und des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen e.V. (Forsea) für den Baustopp neuer “Heime” und für mehr ambulante Angebote gibt es jetzt auch zum Unterschreiben Online.
    Empfehlung von WüSL: Tragen Sie sich gleich in die Unterstützerliste ein.